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03.09.2006

„Große Bereicherung für den Unterricht“


Quelle: Eßlinger Zeitung / Harald Flößer

OSTFILDERN: „Kinder entdecken Wirtschaft“ bei der Firma Gehring – Projekt kommt in der 3. Klasse der Lindenschule gut an

Die Firma Gehring und die Lindenschule (Parksiedlung) haben eine Bildungspartnerschaft geschlossen. Ziel des Projekts ist, bei Kindern frühzeitig Interesse für Wirtschaft und Technik zu wecken. „Für den Unterricht ist das eine große Bereicherung“, sagte die Lehrerin Ursula Lütze, als sie gestern mit ihrer 3. Klasse die Lehrwerkstatt des in Ruit ansässigen Honmaschinenherstellers besuchte. Dort durften die Kinder dabei sein, als von ihnen selbst entworfene Miniautos aus Aluminium gefertigt wurden.
- von Harald Flößer -

Das Projekt läuft unter dem Titel „Kinder entdecken Wirtschaft“ und ist eine Initiative der Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland. Namhafte Firmen wie Bosch, Trumpf oder BASF haben sich darunter zusammengeschlossen, um Kindern und Jugendlichen mit ihrem spezifischen Praxiswissen attraktive Lernangebote zu machen. Die Bildungsprojekte der Wissensfabrik zielen darauf ab, Lernkultur und Erfindergeist zu fördern. Die Firma Gehring ist seit 2005 Mitglied der Wissensfabrik.

Sie sei von dem „Leuchtturmprojekt“ überzeugt, weil es dazu beitrage, junge Menschen fit zu machen für den globalen Wettbewerb, sagte Julia Klink, Mitglied der Geschäftsleitung bei Gehring. „Die Kinder bekommen durch die Bildungspartnerschaft viel früher Bezug zu den Bereichen Wirtschaft und Technik.“ Für Klink ist heute schon klar, dass das Projekt keine einmalige Sache bleibt.

In der Lindenschule ist man dankbar für die Initiative. „Das passt genau in unser neues Leitbild“, erklärte Schulleiter Joachim Hanninger. Darin steht, dass örtliche Bildungsträger in den Unterrichtsalltag einbezogen werden sollen. Die Zusammenarbeit mit dem Ruiter Unternehmen ist laut Hanninger für die Schüler „sehr anregend, außerdem schafft es Identifikation“. Für die Kinder sei es sehr motivierend, „im Originalumfeld zu arbeiten“. Das sei „besser als künstliche Realität abzubilden“. Diesen Kontakt mit der realen Arbeitswelt hält auch Lehrerin Lütze für ein großes Plus. Die Kinder machten auf diese Weise in vielerlei Hinsicht wertvolle Erfahrungen. Sie bekämen erste Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge, lernten aber auch, wie wichtig Teamarbeit ist. Und Spaß macht die Zusammenarbeit obendrein.

Bernhard Siegert, der Leiter der Gehring-Lehrwerkstatt, lobt den Einsatz der Drittklässler. „Beim Modellbasteln haben sie sich voll reingekniet. Es macht Freude, mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Das bestätigten neben der Projektleiterin Natalie Winkler von der Marketing- Abteilung auch die Lehrlinge. „Für uns war es eine interessante Erfahrung“, berichtet Markus Feeser. Der 19-Jährige aus Ostfildern ist im dritten Lehrjahr und durfte mit seinem Azubi-Kollegen Maximilian Laipple (20) die Klasse in der Schule besuchen. Mit ihrer Hilfe zeichneten die Grundschüler in Gruppen das geplante Produkt: ein etwa 20 Zentimeter langes Fahrzeug aus Aluminium, das später als Halter für Stifte, Radiergummi oder Büroklammern dienen kann.

Ausgewählt wurde die Zeichnung von Uli Schober und Luca Schroller. Sie diente als Vorlage für den nächsten Arbeitsschritt, das Basteln eines Modells aus Styropor. In der Lehrwerkstatt durften die Kinder mitverfolgen, wie die Bauteile der Fahrzeuge an Spezialmaschinen produziert werden. Lehrlinge zeigten, wie Gewinde geschnitten werden. Die Motorhaube musste gefräst, die Räder gedreht werden. Am Ende des Firmenbesuchs erhielt jeder Grundschüler ein Fahrzeug – samt Wunschkennzeichen.

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