Weltweit erstmalig wird ab 2006 das Laser-Honen auch bei der Produktion von Benzinmotoren eingesetzt werden. Durch Laser-Honen der Zylinderlaufflächen sind Kraftstoffeinsparungen möglich. Die Laserbearbeitung von Motorenteilen wurde von Gehring entwickelt und bereits 2002 international zum ersten Mal im Serienmotorenbau eingesetzt.
Mit dem Einzug der Laser-Hontechnologie in die Großserienfertigung von Benzinmotoren hat Gehring seinen Vorsprung bei der Optimierung von Zylinderlaufbahnen weiter ausgebaut. Bisher war diese Bearbeitung nur bei Dieselmotoren eingesetzt worden. Unter Laser-Honen versteht man die Strukturierung von Zylinderlaufflächen, in die mit hoher Präzision per Laserstrahl mikroskopisch kleine Taschen gebrannt werden. In diesen Strukturen sammelt sich das Öl und sorgt auch unter extremen Belastungen für einen sicheren Schmierfilm: Die Kolbenringe schwimmen auf wie ein Reifen bei Aquaplaning.
Die Vorteile: Einerseits sinkt der Ölverbrauch um bis zu 85 Prozent. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Entstehung von Kohlenwasserstoffen bei der Verbrennung, die dadurch ebenfalls, wie auch die Partikelemissionen, erheblich geringer ausfallen. Andererseits sinkt die Reibung zwischen Kolbenringen und Zylinderwand um bis zu 50 Prozent. Zu diesen Vorteilen für den Autofahrer kommen weitere Vorteile für den Motorenhersteller: Das Gehring-Laser-Honen ist bedeutend wirtschaftlicher als andere Laserprozesse zur Bearbeitung von Zylinderoberflächen und erfordert zudem einen deutlich geringeren Zeitaufwand.
Das Laser-Honverfahren, das ab 2002 bei Dieselmotoren von Opel weltweit erstmals in der Serienfertigung angewendet wurde, war der erste Entwicklungsschritt dieser Technologie. Bei diesen Motoren ist nur die Zylinderlauffläche im Bereich des oberen Kolbenumkehrpunktes bearbeitet. Dadurch wurden von Opel bei Laufleistungen von rund 160.000 Kilometern ein zwischen 70 und 85 Prozent geringerer Ölverbrauch und 50 bis 60 Prozent weniger Verschleiß im Vergleich zu nicht strukturierten Vergleichsmotoren gemessen. Über 700.000 Opel-Kunden kamen dadurch bereits in den Genuss der Vorteile des Gehring-Laser-Honverfahrens.
Die Weiterentwicklung der Laserstrukturierung sieht die komplette Bearbeitung der gesamten Zylinderlauffläche vor. Dadurch steigt das Einsparpotenzial nochmals beträchtlich: Durch die weiter verringerte Reibung können auch die Kolbenringe angepasst werden, was zu einem noch leichteren Motorenlauf führt. Prüfungen der Universität Hannover an einem Versuchsmotor ergaben bei optimaler Auslegung Kraftstoffeinsparungen über sechs Prozent.
Welche Vorteile das Laser-Honen unter extremen Belastungen mit sich bringt, bewies darüber hinaus der TDI-Hochleistungsmotor des Race Touareg von Volkswagen Motorsport mit seinem Erfolg bei der diesjährigen Rallye Dakar. Der 2,5 Liter große Fünfzylinder- TDI-Motor zeigte durch die Bearbeitung mit der Gehring-Technologie ein Maximum an tribologischer Performance bei minimalem Ölverbrauch, selbst bei extrem hohen Verbrennungsdrücken.