Key Visual - Positionshonen

Positionshonen

Zylinderbohrung, linke Bildseite: Borungsposition vor dem Honen, rechte Bildseite: Bohrungsposition zu Beginn des Positionshonens
Vergleich Zylinderbohrung
Werkzeug mit Honleiste und Anfasschneide
Werkzeug mit Honleiste und Anfasschneide

Das Positionshonen ist ein Verfahren zur Verkürzung der Prozesskette mit unveränderter Endqualität der Zylinderbohrung. Durch Positionshonen werden die Fertigungsschritte Feinbohren und Honen ersetzt.

Der Honprozess wird dabei der erweiterten Aufgabe insofern angepasst, dass nicht nur Maß-, Form- und Oberflächengenauigkeiten, sondern auch Lagegenauigkeiten wie Rechtwinkligkeit und Position verbessert werden. Die erweiterte Aufgabenstellung erfordert eine hohe Zerspanleistung, zugeschnittene Prozesskomponenten wie Werkzeuge und Maschinenantriebe sowie geeignete kinematische Prozessparameter.

Prinzip des Positionshonens

Mit dem Positionshonen wird neben Maß- und Formgenauigkeit auch die Lagegenauigkeit der Bohrung verbessert. Hierzu wird das Werkzeug mit hoher Steifigkeit von der Spindel aufgenommen. Das Werkstück wird durch die Indexbohrungen so positioniert, dass die Werkzeugachse mit der Positionshonbearbeitung auf die Bohrung übertragen wird. Dabei fährt das Werkzeug in die Bohrung ein und es entsteht ein lokales Anschneiden, wobei die Bearbeitung mit zunehmendem Abtrag in den Vollschnitt übergeht. Damit erfolgt eine Korrektur der Lagegenauigkeit hinsichtlich Position und Rechtwinkligkeit.

Ziel des Positionshonens

In der bisherigen Prozesskette folgten nach dem Vorbohren das Feinbohren sowie drei Honoperationen. Durch Positionshonen ist nun nach dem Vorbohren eine Fertigbearbeitung in drei Schritten möglich. Diese wären Positions-, Zwischen- und Fertighonen. Hierzu ist eine Bearbeitungszugabe von bis zu 0,8 mm im Durchmesser notwendig, die jedoch in den üblichen Taktzeiten von <= 30 s erreicht wird.

Lage-Korrektur
Lage-Korrektur
Neigungskorrektur
Neigungskorrektur
Istposition (nach dem Vorbohren)
Istposition (nach dem Vorbohren)

Komponenten des Positionshonens

Positionshonen
Positionshonen

Um das Positionshonen fertigungstechnisch umsetzen zu können, bedarf es einer steifen Spindelausführung und einer festen Werkstückaufspannung. Um die hohe Zerspanleistung zu erreichen, wird mit einer Schnittgeschwindigkeit von ca. 400 m/min gearbeitet. Diamanthonleisten mit verschleißfesten Bindungen ermöglichen wirtschaftliche Standmengen. Eine Anfasschneide im Honwerkzeug stellt die Kolbenfügefase am oberen Bohrungsende her. Wassermischbare Kühlschmierstoffe sichern eine ausreichende Wärmeabfuhr.

Ihr Nutzen

Positionshonen bedeutet eine vollständige Einsparung des Feinbohrens hinsichtlich Invest- und Betriebskosten. Besonders vorteilhaft ist das  Positionshonen für die Bearbeitung von GGV, der in der konventionellen Bearbeitung mit definierter Schneide nur geringe Standmengen erreicht. Beim Positionshonen wird jedoch durch Werkzeugverschleiß neue Schärfe generiert und somit hohe Standmengen erreicht. Trotz Verkürzung der konventionellen Prozesskette wird die Endqualität uneingeschränkt erreicht.

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